Wir befinden uns im Jahr 2009 nach Christus. Ganz Deutschland ist von der Wirtschaftsflaute erfasst. Ganz Deutschland? Nein, eine Branche klinkt sich aus dem allgemeinen Wehklagen aus - und das ist das Franchising.
Frei nach Asterix könnte man so den derzeitigen Erfolg des Vertriebsmodells Franchising beschreiben. Es ist die Alternative zum Filialsystem, bei dem eine Zentrale die Angestellten auf die Niederlassungen verteilt. Beim Franchising dagegen ist der Chef des Standortes selbstständig. Er zahlt zum Start meistens eine Gebühr an den Franchisegeber und bekommt dafür ein eingeführtes Konzept plus eine Marke. Franchise-Nehmer profitieren von den günstigen Einkaufsbedingungen des Franchisegebers, einem gemeinsamen Marketing und Markenauftritt.
Burger, Nachhilfe und Stefanie Graf
Franchise-Urgesteine sind die Schnellimbiss-Ketten McDonald's oder Burger King. Aber auch Tchibo, Yves Rocher oder die Nachhilfe-Institute "Schülerhilfe" und "Studienkreis" werden im Franchisesystem betrieben. Wer sich mit einem Frauen-Fitnessstudio der Marke "Mrs. Sporty" selbstständig machen will, darf sich sogar über die Unterstützung der Tennislegende Stefanie Graf freuen. "Insgesamt gibt es heute knapp 60.000 Franchise-Unternehmer", sagt Torben L. Brodersen, Geschäftsführer des Deutschen Franchise-Verbandes (DFV). Brodersen erwartet 2009 eine sich gegen den Trend entwickelnde Branche. "In Boomzeiten lassen gute Jobperspektiven die Anreize einer Selbstständigkeit sinken. In eher schlechten Zeiten wächst dagegen das Gründungsinteresse. Für die Franchisegeber bedeutet das im Gegenzug, dass sie jetzt eine größere Auswahl an qualifizierten Lizenznehmern haben."
Ab 5.000 Euro ist man dabei
Die Franchisegebühren bewegen sich zwischen zwei und 12 Prozent des Umsatzes. Wer eine Tchibo-Filiale in bester Lage betreiben will, muss mit einer Investitionssumme von 100.000 Euro rechnen - als Franchisenehmer der Bäckereikette Kamps ist man schon ab 5.000 Euro dabei.
Mehr Informationen: www.franchiseverband.com