Bis Ende kommenden Jahres soll auch im letzten Winkel Deutschlands die Internetanbindung realisiert sein. Mit diesem Versprechen der Bundesregierung eröffnete heute Georg M. Bröhl vom Bundeswirtschaftsministerium die CallCenterWorld 2009. Beim größten europäischen Branchentreffen im Berliner Estrel Hotel informieren sich bis Donnerstag 1.600 Experten über Trends im elektronischen Direktmarketing, das auf schnelle Internet- und Telefonverbindungen angewiesen ist. Auf der begleitenden Messe erwarten 250 in- und ausländische Aussteller mehr als 7.200 Besucher.
Unter dem Motto "Best Service - Best Innovation - Best Value!" stellt die CallCenterWorld 2009 insbesondere den Qualitätsaspekt in den Mittelpunkt der Seminare, Fachforen und Workshops, betonte Sigrid Bauschert vom Veranstalter, der Management Circle AG. "Qualität ist das Kriterium der Zukunft. Wenn Verbraucher von motivierten und qualifizierten Call Center Agenten angerufen werden, hat das auch Rückwirkungen auf die Zufriedenheit mit dem Unternehmen, das sie vertreten - und damit auf das Call Center, das beauftragt wurde." Darum setzt Sigrid Bauschert auch auf den Kontakt zu den Verbrauchern, die an den kommenden Tagen auf der CallCenterWorld 2009 Gelegenheit haben, die Arbeit in einem Live Call Center mitzuerleben.
Aus Sicht von Manfred Stockmann vom Branchenverband Call Center Forum steht die weitere Expansion und das Gewinnen von Fachkräften im Fokus der Branche. Stockmann sieht "mehrere tausend freie Arbeitsplätze, für die dringend qualifizierte Mitarbeiter gesucht werden". Zur Forderung nach einem Mindestlohn für die Beschäftigten sagte er: "Eine Branche, die sich so entwickelt, wird auch keine Probleme mit einem Mindestlohn haben." Es sei jedoch unverständlich, wie die Gewerkschaft Verdi einerseits EUR 7,50 als Mindestlohn fordere, ihrerseits aber Tarifverträge über EUR 6,50 für Call Center Mitarbeiter abschließe. Viele Call Center im Branchenverband würden bereits heute mehr als EUR 7,50 zahlen.
Zudem sei man dabei, den Herausforderungen des neuen Telekommunikationsgesetzes mit eigenen Regelungen wie einem Ehrenkodex zu begegnen. Der Verband bemühe sich nachhaltig, die "schwarzen Schafe" der Branche zu isolieren. Die neue Gesetzeslage werde das Geschäft nicht negativ beeinflussen, sondern zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen.