Ludwigshafen (ots) - Die BG-Unfallklinik Ludwigshafen hat ein neues Reha-Konzept eingeführt, das Betroffene nach einem Arbeitsunfall gezielt in die Arbeitsfähigkeit zurückführt: die medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBO-Reha). Neu daran: Das individuelle berufliche Anforderungsprofil des Betroffenen bestimmt die Inhalte der Rehabilitation.
Bei einem Sturz vom Gerüst verletzte sich Robert K. erheblich. Die Kreuzbänder am Knie waren gerissen, einige Wochen war er in der Klinik. Doch obwohl seine Knie wieder voll belastbar sind, ist Robert K. kaum arbeitsfähig: Seine Muskelkraft hat abgenommen, der Bereich um die Narbe ist schmerzempfindlich. Er kann kein Gerüst besteigen, denn sein Gleichgewichtssinn ist seit dem Unfall gestört. Hinzu kommt die Angst, der Belastung am Arbeitsplatz nicht mehr gewachsen zu sein.
"Viele Betroffene haben Probleme, in ihren alten Beruf zurückzufinden, obwohl die eigentliche Verletzung ausgeheilt ist", erläutert Dr. Henry Kohler, Leiter der Abteilung "Berufsgenossenschaftliche Rehabilitation und Heilverfahrenssteuerung" an der BG-Unfallklinik Ludwigshafen. Dabei ist gesetzlich geregelt, dass die Reha nach einem Arbeitsunfall dem Betroffenen wo immer möglich den Weg zurück ins Berufsleben ermöglichen soll.
Um diesem Problem zu begegnen, haben an der BG-Unfallklinik Ludwigshafen Ärzte, Ergo- und Physiotherapeuten zusammen mit Psychologen, Berufshelfern und Mitarbeitern des Sozialdienstes ein neues Rehabilitationskonzept entwickelt, das bisher einmalig in Deutschland ist. Die "medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation" (MBO-Reha) hat zum Ziel, die Erwerbsfähigkeit des Patienten wieder herzustellen. "Der Weg dorthin ist eine gezielte, individuell auf den Betroffenen abgestimmte Rehabilitation", erklärt Dr. Kohler.
Zu Beginn der Therapie ermittelt ein Team aus Ärzten und Therapeuten zusammen mit dem Betroffenen seine individuellen Fähigkeiten und stellt fest, welche Einschränkungen er durch den Unfall erlitten hat. Gleichzeitig wird festgestellt, welche Anforderungen sein Beruf gemeinhin an den Betroffenen stellt. Aus diesem Abgleich ergibt sich eine Art Fahrplan für den Verlauf des insgesamt vierwöchigen MBO-Reha-Programms. Ein erneuter Abgleich am Ende des Programms zeigt, in welchem Maße der Patient die Therapieziele erreichen konnte.
Die ersten Erfahrungen sind viel versprechend. Die Betroffenen konnten besser in ihren Beruf integriert werden und fühlten sich insgesamt besser auf die neue Situation vorbereitet. Im Januar starten etwa acht weitere Patienten das MBO-Reha-Programm. Das Programm wird mit einer wissenschaftlichen Studie begleitet.
Weitere Infos unter www.bgu-ludwigshafen.de